Dübelbefestigungen erfahren unterschiedliche Belastungsrichtungen: die Kräfte wirken als Zug-, Querlast und Schrägzug. Vielfach ist es auch eine Kombination aus zwei Kraftrichtungen die z.B. als Schrägzug (Bild 1) resultieren. Die Kraftrichtungen sind dabei nicht immer fest, sondern können auch im Laufe der Nutzungsdauer wechseln.

Die auftretenden Kräfte muss der Dübel sicher in den Verankerungsgrund leiten können. In der modernen Dübeltechnik nutzt man dazu drei verschiedene Tragmechanismen: Reibschluss, Formschluss und Stoffschluss oder eine Kombination daraus (Bilder 2 bis 4).

 
     
  Dübel-Beanspruchung:
Auf eine Dübelbefestigung können die verschiedensten Kräfte einwirken. Es gibt drei Belastungsrichtungen: in Achsrichtung Zug (Z) bzw. Druck , vertikal die Querlast (Q) sowie den Schrägzug (R), der aus dem Zug und der Querlast resultiert.
     
  Reibschluss:
Beim Reibschluss wird der gespreizte Dübel an die Bohrlochwandung gedrückt und trägt durch Reibung.

 
     
  Formschluss:
Beim Formschluss passt sich der Dübel in seiner Geometrie der Form des Untergrundes bzw. des Bohrlochs an.
     
  Stoffschluss:
Beim Stoffschluß verbindet sich ein Befestigungselement durch Mörtel oder Kunstharz stofflich mit dem Ankergrund

Zur Beschreibung der jeweiligen Haltewerte ist der Begriff "Gebrauchslast" derjenige, der den Anwender interessiert. Angegeben ist er in Kilo -Newton (1 kN = 1000 N ≈ 100 kg).

Die angegebenen Gebrauchslasten liegen - bedingt durch die Berücksichtigung eines Sicherheitsfaktors - deutlich unter dem "Bruchlastwert", dem Wert, bei dem unter Laborbedingungen das Mauerwerk versagt, die Schraube bricht oder der Dübel aus dem Loch gezogen wird.

Bei der Auswahl des richtigen Dübels muss darauf geachtet werden, dass die Nichttragende Schicht (z.B. Putz, Fliesen, etc.) nicht zur Verankerungstiefe gezählt werden darf.

Um die maximalen Haltewerte zu erreichen, sollten die Schrauben immer den - in Hinblick auf den Dübel - größtmöglichen Durchmesser aufweisen.

Die Schraubenlänge = Länge des Dübels + Dicke des Montageteils + 1x Schraubendurchmesser . Das Ergebnis wird dann auf die nächste gängige Schraubenlänge aufgerundet (Bild 5). Sie können diese Werte mit Hilfe unserer interaktiven Berechnungstools natürlich auch gleich online ermitteln.

 
     
  Korrekte Verhältnisse:
1. Bohrlochtiefe = B (Dübellänge) + 10 mm,
2. Schraubenlänge = A (Schraubendurchmesser) + B + C (Montageteil),
3. Bohrerdurchmesser = Dübeldurchmesser

Bilderklärung:
D = Nichttragende Schicht (z.B. Putz)
E = Schraubenlänge
hef = effektive Verankerungstiefe
     
  Mindestabstände von Kunststoffdübeln abhängig von Baustoff und Verankerungstiefe (hef).

Um den Baustoff nicht zu überlasten gibt es Regeln die die Abstände der Dübel zueinander bzw. zum Rand des Baustoffs festlegen. Mehr hierzu unter der Rubrik Abstände.