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In massiven, festen Baustoffen verrichtete der Standard-Kunststoffspreizdübel lange Jahre erfolgreich seinen Dienst - bis, wie zu Beginn beschrieben, neue, leichtere Baustoffe mit besseren Wärmedämmwerten immer mehr Marktanteile erobern konnten. Folglich gingen die Bemühungen der Industrie dahin, Dübel zu entwickeln, die mehr konnten - genauer: die sowohl den Reib-, als auch den Formschluss beherrschten . Heute gibt es diese Alleskönner aus Kunststoff in verschiedenen herstellerspezifischen Ausprägungen, z.B. als "Allzweck"-Dübel. Das Funktionsprinzip: In Beton und Vollmauerwerk verspreizt er sich, in Hohlmauerwerk oder hinter Plattenbaustoffen verknotet er beim Weiterdrehen der Schraube (Bilder 01 bis 03). Im Porenbeton entsteht eine tiefliegende Hintergreifung. Das bedeutet aber nicht, dass man deshalb in der Disziplin "Hohlraumbefestigung" keine Spezialisten mehr braucht. So verteilen z. B. Kipp- oder Federklappdübel die Kräfte, die in Achsrichtung auf sie einwirken, durch eine vergrößerte Auflagefläche günstiger als die punktförmige Verknotung eines Kunststoff-Allweckdübels (Bild 04). Sie sind darum bei höheren Lasten vorzuziehen. Das gleiche trifft auf den Metall-Hohlraumdübel zu, der sich beim Eindrehen der - metrischen - Schraube hinter der Wand auffaltet (siehe "So halten Dübel", Bild 03). Die Spezies der Gipskartondübel trägt dem weichen Baustoff Gips Rechnung. Ihr Tragmechanismus basiert ebenfalls auf Formschluss, er entsteht durch das grobe, in die Gipsplatte eingedrehte Gewinde. Für höhere Lasten prädestiniert ist das in Bild 5 gezeigte Exemplar, das sich mit seiner Schneidespitze selbst das erforderliche Loch bohrt.
Durch einen ausgeklügelten Mechanismus beim Eindrehen der Schraube legt sich die nun nicht mehr benötigte Schneidspitze um 90° um, und zieht sich dann bündig gegen die Rückseite der Platte. . In diesem Zusammenhang sei auch noch der Porenbeton-Spezialdübel erwähnt, der durch eine große Kontaktfläche für guten Reibschluß und gleichzeitig für den Formschluß einen stabilen, in den Baustoff grabenden Spiralsteg aufweist. Gilt es, besonders dicke Bauteile (z.B. Grundlattung) zu befestigen, sind Rahmendübel in der rationellen Durchsteckmontage die richtigen Befestigungsmittel. Meist ist die dazugehörige Schraube vormontiert. Man verwendet die Dübel z. B. zur Befestigung von Fassaden-Unterkonstruktionen und Holzlattungen im Innen - und Außenbereich (Bild 06 und 07). Fassadendübel benötigen immer eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung. Zulassungen sind dann vorgeschrieben, wenn bei Versagen einer Dübelbefestigung Gefahr für Leib und Leben besteht. So u. a. bei Befestigungen von Treppen, Geländern, Vordächern usw. Für derartige Einsätze eignen sich beispielsweise Metall-Bolzenanker (Bild 08). Allerdings bieten ihnen nur feste Verankerungsgründe aus Beton den nötigen Widerstand. Müssen schwere Lasten in Mauerwerk aus weicheren Baustoffen oder Hohlkammersteinen verankert werden, kommen die Injektionsanker zum Zuge - die ebenfalls eine bauaufsichtliche Zulassung brauchen. Auch bei zu geringen Rand- und Achsabstände in Beton-Ankergründen - wo die Gefahr besteht, dass der Baustoff durch die Spreizwirkung des Schwerlastankers bricht - gibt es mit dem Verbundanker (Bild 09) eine Lösung. Beide Befestigungssysteme basieren auf dem Stoffschluss. Beim erstgenannten sorgen Mörtel, beim zweiten Reaktionsharze als Verbindungsmedium für eine spreizdruckfreie, sehr belastbare Verankerung. |




